
Lausitzring: Kämpferische Leistung blieb unbelohnt
Colin Bönighausen gehörte beim Rennwochenende des ADAC GT Masters in der Lausitz zu den Schnellsten, auch wenn den Niedersachsen das Ergebnis am Ende nicht zufriedenstellte.
Der 21-jährige Nachwuchsrennfahrer Colin Bönighausen freute sich auf die Endurance-Premiere im ADAC GT Masters. Anstatt der einstündigen „Sprintrennen“ wurden am Dekra Lausitzring erstmals in dieser Saison zwei eineinhalbstündige Rennen inklusive zweier Boxenstopps absolviert. Doch schon am Freitag zeigte sich, dass der Porsche 911 GT3 R nicht unbedingt zu den Favoriten zählen würde: „Wir haben auf den Longruns gemerkt, dass der hintere rechte Reifen stark abbaut und es über die lange Renndistanz schwierig werden würde“, so Colin.
Von Startplatz vier legte Colin in Rennen 1 zunächst eine bärenstarke Leistung in der Startphase hin, in der er mit Trockenreifen auf teils nasser Strecke den Boliden nicht nur auf der Strecke hielt, sondern vor dem Fahrerwechsel auf Leo Pichler im Kampf um die Spitzenplätze behauptete. Abermals auf Podestkurs schlug der Technikteufel wie schon zu Beginn der Saison in Spielberg zu: „In der Schlussphase rollte Leo am Weg zur Box plötzlich ohne Benzindruck aus. Durch die zwei technisch bedingten Ausfälle in diesem Jahr haben wir schon mindestens 30 Punkte verloren …“
In Rennen 2 war für das schnelle razoon – more than racing-Duo Bönighausen/Pichler bei großer Hitze nicht mehr als Platz sieben drin. „Wir haben versucht, über das Setup gegenzusteuern und auf die Reifen aufzupassen. Am Ende ging für Leo aber nichts mehr.“
Für das Rennen am Nürburgring fällt Colin nach einem Arbeitsunfall aus. Der Anlagenmechaniker brach sich den rechten Oberschenkel. „Ich hatte noch Glück im Unglück, das hätte noch viel schlimmer enden können. Jetzt heißt es, das Bein sechs Wochen lang nicht zu belasten.“ Colin wurde noch am Tag des Unfalls operiert, nach zwei Nächten im Krankenhaus ging es ohne Gips nach Hause. „Ich habe sofort mit dem Physiotraining begonnen, damit ich schnell wieder ins Cockpit zurückkehren kann.“ Beim Bewegen schmerzt es naturgemäß noch, ohne Schmerzmittel ist es derzeit kaum auszuhalten.
Bei den Rennen im Rahmen des ADAC Truck Grand Prix am Nürburgring (10. bis 12. Juli 2026) will Colin dennoch dabei sein: „Ich möchte vor Ort sein und mein Team so gut es geht von der Box aus unterstützen und meinen Teamkollegen die Daumen drücken.“ Für die Rückkehr peilt Colin nun das Rennen am Salzburgring Anfang September an.
Foto: Axel Weichert