
Rückblick Zandvoort: Colin auf dem Vormarsch
Am zweiten Rennwochenende des ADAC GT Masters erreichte Colin Bönighausen mit razoon – more than racing zweimal Rang fünf. Vor allem im zweiten Rennen glänzte der 21-Jährige mit einer starken Aufholjagd.
Insgesamt sechs Fahrzeuge überholte Rookie Colin Bönighausen im zweiten Lauf. Nach dem Fahrerwechsel lag das Duo Pichler/Bönighausen lediglich auf Rang elf. Colin erklärt: „Zum Zeitpunkt des Boxenstopps war Leo eigentlich gut im Kampf um die Vorderplätze dabei. Wir wollten früher als die anderen stoppen, den Undercut versuchen und bei freier Fahrt Zeit gutmachen.“ Diese Strategie verfolgten jedoch auch mehrere Konkurrenten rund um den Razoon-Porsche 911 GT3 R, weshalb sich der Stopp auch noch zusätzlich verzögerte: „Um keinen Unsafe Release und damit eine Strafe zu riskieren, musste ich gut drei Sekunden länger warten, bis die Boxengasse frei war.“
Doch das war nur der Beginn einer sehenswerten Aufholjagd. Im TV war zu verfolgen, wie Colin Position um Position gutmachte. Eine Rennunterbrechung nach einem Unfall direkt hinter ihm sorgte zudem dafür, dass das Feld 20 Minuten vor Schluss wieder zusammengeschoben wurde. Bönighausen arbeitete sich weiter nach vorne und schloss schließlich sogar zu einer Dreiergruppe auf, die um die Plätze zwei bis vier kämpfte. „Teamkollege Mark Kastelic hätte ich vielleicht noch überholen können, da bin ich aber
noch kurz durchs Kiesbett gefahren“, trauert Colin der Chance auf eine noch bessere Platzierung etwas nach. Am Ende stand nach einem schwierigen Rennen ein starker fünfter Platz in der Liga der Supersportwagen.
Rang fünf am Vortag kann ebenso als Erfolg verbucht werden: „Nach dem Sieg am Red Bull Ring waren wir hier mit Handicap-Gewicht unterwegs.“ Zudem machte sich eine Topspeed-Schwäche des Porsche auf der Strecke an der Nordsee bemerkbar. Von Startplatz neun aus konnte Colin im Startgetümmel direkt eine Position gutmachen. Strategisch setzte das Team anschließend ganz auf Colin. Für den Pflicht-Boxenstopp blieb er bis zum letztmöglichen Zeitpunkt draußen und übergab als letzter Teilnehmer
an Teamkollege Leo Pichler, der als Fünfter auf die Strecke zurückkehrte. Im weiteren Rennverlauf fand sich Pichler sogar im Kampf ums Podium wieder. Am Ende wurde das gesteckte Ziel erreicht: Das razoon more than racing-Duo wurde bestes Porsche-Team – noch vor dem WM-erfahrenen Rennstall von Pure Rxcing.
Bönighausen sagt in der Nachbetrachtung: „Die Pace war da, aber es war schwierig, sie auf den Punkt zu bringen. Es ging nicht so leicht wie am Red Bull Ring. Trotzdem bin ich mit meiner Leistung zufrieden.“ Als derzeit Fünftplatzierter in der Meisterschaft ist für Colin in dieser Saison auch noch alles möglich. Kommendes Monat geht es für das ADAC GT Masters am Dekra Lausitzring weiter – erneut im Rahmenprogramm der DTM. Mit der Strecke in Brandenburg inklusive spektakulärem Oval und riesiger Haupttribüne hat Colin bereits Erfahrung gemacht: „Vor drei Jahren bin ich dort zum ersten Mal im BMW M2 Cup am Podium gestanden.“
Foto: Manuel Mackinger