Colin Bönighausen beendet Saison trotz Crash versöhnlich

Das Saisonfinale des ADAC GT Masters 2026 am Hockenheimring verlief für Colin Bönighausen nicht nach Wunsch. Der 21-jährige Pilot von razoon – more than racing beendete seine erste Saison in der deutschen GT3-Meisterschaft nach einem Unfall im Samstagsrennen vorzeitig.

Die Ausgangslage für den ersten Lauf konnte zunächst kaum besser sein: Im von Nässe geprägten Zeittraining sicherte Teamkollege Leo Pichler die Poleposition für den Porsche 911 GT3 R. Im anschließenden Rennen bei trockenen Bedingungen zeigte sich jedoch schnell, dass ihr Wagen gegenüber anderen Fahrzeugen wie dem Mustang oder Huracán vor allem auf den Geraden nicht mithalten konnte. Noch vor dem Fahrerwechsel zu Rennmitte war Pichler bis auf Rang fünf zurückgefallen.

Nach dem Boxenstopp übernahm Colin das Steuer und drängte nach vorne. Der Isernhagener war in einen Kampf um eine mögliche Top-5-Platzierung – vielleicht sogar um das Podium – verwickelt. Doch wie bereits andere Fahrer zuvor wurde er in der Zielkurve weit hinausgetragen und fand den Weg zurück auf die Rennstrecke nur über die Wiese. „Ich hatte mega Untersteuern“, erklärt Bönighausen. „Wenn man dicht hinter einem anderen Auto fährt, bringt die verwirbelte Luft die Aerodynamik meines Autos durcheinander.“ Was anschließend passierte, schildert er wie folgt: „Weil die Reifen schmutzig waren, bin ich die nächste Kurve vorsichtiger angegangen. Dabei habe ich etwas zu früh eingelenkt und den inneren Curb unglücklich getroffen. Das Auto wurde sofort versetzt, das Heck ist ausgebrochen und dann der Gegenpendler …“

Für Bönighausen, der als fehlerfreier Fahrer gilt, war es der erste Unfall dieser Art. Beim Einschlag in die Reifenstapel blieb er zum Glück unverletzt. Der 21-Jährige reagierte richtig, nahm die Hände vom Lenkrad, um Handverletzungen zu vermeiden. Den heraneilenden Sportwarten gab er schnell das Zeichen „alles okay“ und stieg anschließend selbstständig aus dem ramponierten Porsche aus. „Ich spüre meinen Nacken ein bisschen, aber sonst geht es mir gut“, so Bönighausen.

Der Unfall beschädigte das Chassis des Porsche jedoch nachhaltig. Schnell war klar: Auch der Sonntagslauf war gefährdet. Das Team karrte ein neues Chassis aus dem Porsche-Werk in Weissach an den Hockenheimring. Ein Dutzend Mechaniker arbeiteten in einer Nachtschicht daran, den Wagen wieder rennfertig aufzubauen. Doch als um 14:30 Uhr die Startampel ausging, war der Porsche noch nicht einsatzbereit. Die Geschichte nahm dennoch eine versöhnliche Wendung: Nach Rennmitte rollte der wiederhergestellte Porsche 911 GT3 R aus der Box. Unter dem Applaus der Zuschauer im Motodrom konnte Bönighausen das Rennen – und damit die Saison – zumindest mit der schwarz-weiß karierten Zielflagge beenden. Colin: „Danke an das Team für ihren Einsatz. So konnten wir wenigstens noch ein paar Runden fahren und uns den Fans und Partnern präsentieren.“

 

Foto: Axel Weichert

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