Colin krönt Comeback mit Podestplatz

Der 21-Jährige Rennfahrer aus Niedersachsen kämpfte bei den Highspeed-Rennen in der besonderen Alpenkulisse des Salzburgrings zweimal um den Sieg.

Nach seinem Oberschenkelbruch bei einem Arbeitsunfall vor zwei Monaten war Colin Bönighausen vergangenes Wochenende in das ADAC GT Masters zurückgekehrt. Am Salzburgring konnte der Isernhagener mit einer furiosen Leistung sofort an die Form vor seiner Zwangspause anknüpfen und Platz 2 im Sonntagsrennen einfahren: „Ich habe beim Fahren keine Einschränkung gespürt. Natürlich freue ich mich jetzt sehr über diesen Podestplatz!“

Von Startplatz 2 ging Colin Bönighausen in das Rennen. Mit einem Haken deckte er innen vor der ersten Schikane ab und nahm die Verfolgung des führenden HRT-Ford auf. Trotz der Topspeed-Schwäche des Porsche 911 GT3 schaffte es Colin, den zweiten Platz zu verteidigen und in Schlagdistanz zum Erstplatzierten zu bleiben. Nach 20 Minuten stand der erste Boxenstopp und damit auch ein Fahrerwechsel am Programm. Teamkollege Leo Pichler aus Österreich übernahm und kam an der Spitze liegend zurück auf die Strecke und führte zwischenzeitlich deutlich das Rennen an. Doch unterschiedliche Strategien der Teams führten dazu, dass im 80-minütigen Endurancerennen noch nichts entschieden war.
Als Pichler an die Box kam, lief alles auf ein Duell mit dem Engstler-Lamborghini hinaus – mit Spitzenzeiten nach dem zweiten Stopp machte Colin es für die 10.000 Fans entlang der Strecke noch einmal richtig spannend. Doch der Lamborghini kam als Erster raus und hielt die Führung, auch wenn Colin noch einmal alles gab. Nur 1,7 Sekunden fehlten Colin auf den Sieg: „Wir haben alles gegeben, aber gegen den Lambo waren wir ohne Chance.“ Mit dem zweiten Platz in der Topliga ADAC GT Masters gelang Colin und seinem Teamkollegen Pichler der ersehnte zweite Podestplatz in der Saison 2026. Nach dem Sieg am Red Bull Ring beim Auftakt im April klappte es nun am rund 200 Kilometer westlich gelegenen Salzburgring. „Das Niveau in dieser Rennserie ist hoch. Man muss ein perfektes Wochenende haben, um dann auch in den Top-3 ins Ziel zu fahren“, analysiert Colin.

Schon in Lauf 1 am Samstag war der razoon – more than racing-Porsche im Rennen um den Sieg – lange Zeit sah alles nach einem Spitzenplatz von Bönighausen/Pichler aus. Colin hatte im langen Mittelstint bei schwierigen, wechselhaften Bedingungen auf Trockenreifen alles im Griff. Doch ausgerechnet beim letzten Wechsel auf Pichler regnete es etwas mehr – mit neuen, kalten Reifen dauerte es länger, bis Colins Teamkollege die nicht vorgeheizten Reifen auf Temperatur brachte. „Da hatten wir etwas Pech, denn wir hatten die Pace.“ Schließlich wurde es der gute, aber undankbare vierte Rang für das deutsch-österreichische Duo. Colin: „Das Bein ist jetzt erstmal durch, ich bin froh, dass es vorbei ist.“ Nun hat „CJB“ einen Monat Zeit, Kraft zu sammeln und sich für das Saisonfinale am Hockenheimring in Baden-Württemberg vorzubereiten. „Platz 1 wäre zum Saisonabschluss nochmal schön – wir werden alles geben und haben in der Meisterschaft nichts zu verlieren.“

Foto: Manuel Mackinger

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